Was hat die EU-Kommission konkret vorgeschlagen?
Die EU-Kommission hat die Einführung eines „Omnibus“-Pakets zur Vereinfachung der Nachhaltigkeitsvorgaben angekündigt. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
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Änderungen bei der CSRD
• Reduzierung des Berichtsumfangs
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wird vereinfacht, sodass künftig nur noch größere Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von über 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von über 25 Millionen Euro detailliert über ihre Nachhaltigkeit berichten müssen. Kleinere Unternehmen (bis 1.000 Mitarbeiter und 50 Millionen Euro Umsatz) können sich auf den vereinfachten und freiwilligen VSME-Standard (Voluntary SME Standard).
Darüber hinaus sollen die ESRS (European Sustainability Reporting Standards) konkreter und weniger komplex formuliert werden.
• Wegfall sektorspezifischer ESRS
Die bereits mehrfach verschobenen sektorspezifischen ESRS sollen wegfallen.
• Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten
Die Prüfung von verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichten soll auf dem Niveau von begrenzter Sicherheit verbleiben. Die Option, später auf hinreichende Sicherheit zu erhöhen, soll entfallen.
• Verschiebung der Berichtsfristen
Die Fristen für die Umsetzung der CSRD und der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) sollen um ein Jahr verschoben werden. Unternehmen, die bis 2026 oder 2027 berichten müssen, sollen jetzt bis 2028 Zeit bekommen, um sich auf die neuen Anforderungen vorzubereiten.
Änderungen bei der EU-Taxonomie
• Anpassung der Schwellenwerte
Berichtspflichtig sollen Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitenden und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz sein. Unternehmen mit weniger als 450 Millionen Euro Umsatz sollen künftig nur freiwillig über ihre Taxonomie-Konformität berichten müssen.
• Freiwillige Berichterstattung für KMU
Für kleinere Unternehmen soll die Möglichkeit geschaffen werden, freiwillig über die Taxonomiekonformität ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten zu berichten.
• Finanzielle Wesentlichkeitsschwelle
Zudem soll eine finanzielle Wesentlichkeitsschwelle für die Taxonomie- Berichterstattung eingeführt werden, die zu einer Reduktion der Berichte um etwa 70 % führen soll.
• Vereinfachung der “Do No Significant Harm” Kriterien
Der Omnibus-Vorschlag sieht auch Vereinfachungen bei der strengen Taxonomi-Konformitätsprüfung anhand der „Do No Significant Harm“ (DNSH)-Kriterien vor.
Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Die mögliche Verschiebung und Anpassung der Berichtspflichten durch die Omnibus-Initiative kann zwar kurzfristig eine Erleichterung für Unternehmen darstellen, ändert aber grundsätzlich nichts an der Tatsache, dass Nachhaltigkeit ein geschäftskritisches Thema bleibt und in bestehende Prozesse integriert werden sollte. Denn Anforderungen vom Markt, Lieferanten, Kunden, Banken, Investoren und anderen Stakeholdern sorgen weiter dafür, dass sich auch Unternehmen unterhalb der neuen Schwellenwerte mit Nachhaltigkeit und Berichtspflichten beschäftigen müssen.
Daher sollten Unternehmen die Omnibus-Verordnung auch als Chance sehen, um sich ernsthafter mit ihrer Nachhaltigkeitsstrategie auseinanderzusetzen. Hinzukommt, dass der niedrigere Reporting-Aufwand Unternehmen eine Starthilfe bietet, um ihre Nachhaltigkeitsperformance zu verbessern, glaubhaft nachzuweisen und dadurch langfristig Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Die EU-Kommission hat zwar konkrete Vorschläge gemacht, aber es ist zu erwarten, dass es hier noch zu Änderungsvorschlägen kommt.
Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg
Lassen Sie sich nicht beirren. Es ist klüger, die Übergangsphase zu nutzen und sich jetzt mit den bestehenden Regeln auseinanderzusetzen, anstatt abzuwarten. Stoppen Sie die Arbeit an der Nachhaltigkeitsthemen nicht, sondern setzen Sie in der Zwischenzeit einen effizienten Prozess auf, um schnell reagieren zu können, wenn die geänderten Verordnungen in Kraft treten.
Veränderungen können auch Vorteile bieten
Auch wenn die neuen Vorschriften die Berichts-Anforderungen verringern, sind viele Unternehmen weiterhin mit der Notwendigkeit konfrontiert, Nachhaltigkeit zu dokumentieren. Insbesondere Unternehmen, die als Vorreiter in puncto Nachhaltigkeit auftreten möchten, werden von einer strukturierten und zukunftssicheren Berichterstattung profitieren. Wer heute in ein nachhaltiges Reporting investiert, ist für die zukünftige Entwicklung bestens gewappnet.
Langsame Anpassung bedeutet weniger Risiken
Die EU schlägt vor, dass kleinere Unternehmen von den umfangreichen Berichtspflichten befreit werden, aber es wird immer noch Anforderungen geben, die beachtet werden müssen. Besonders in großen Wertschöpfungsketten könnten Unternehmen von ihren Kunden dazu verpflichtet sein, Nachhaltigkeitsdaten zu liefern – dies betrifft vor allem Unternehmen, die mit größeren Unternehmen zusammenarbeiten, Kredite von Banken oder Investitionen von Investoren benötigen. Anstatt sofort die Berichterstattung aufzugeben, sollten Unternehmen sicherstellen, dass sie auf alle Eventualitäten vorbereitet sind.
Wie die WAVES Sustainability Management Platform (SMP) Ihnen dabei hilft, gesetzeskonform und zielsicher durch die Anforderungen zu navigieren
Schnelle Anpassung dank modularem Aufbau
Auf Anpassungen durch geänderte Gesetzgebung vorbereitet zu sein und schnell darauf reagieren zu können ist eine Strategie hinter der WAVES Sustainability Management Platform (SMP). Dank dem modularen Aufbau der SMP sind wir in der Lage, erforderliche Anpassungen an den betreffenden Modulen vorzunehmen, sobald die Omnibus-Änderungen verabschiedet werden sollten. Somit bleiben Sie bei der Berichterstattung immer auf dem neuesten Stand der gesetzlichen Anforderungen.
Flexible Lösungen durch ganzheitlichen Ansatz
Nachhaltigkeitsnachweise werden weiterhin von Lieferanten, Kunden, Investoren und anderen Stakeholdern gefordert. Wir bieten mit der WAVES SMP eine ganzheitliche Lösung an, die zum ersten Mal durchgehende Transparenz in der gesamten Wertschöpfungskette in nur EINEM Tool ermöglicht und mit Sustainability Management Aspekten verbindet.
Mit TÜV-geprüfter Berechnung von Transportemissionen, der Berechnung des Corporate Carbon Footprints, sowie mit AI-basierten Product Carbon Footprint- und Demand Forecasting Lösung von pacemaker.ai helfen wir Unternehmen, weiterhin Kundenanforderungen gerecht zu werden und ihre Nachhaltigkeitsperformance zu verbessern.
Darüber hinaus bieten wir Nachhaltigkeitsmanagement-Beratung sowie Strategieentwicklung an und zeigen Unternehmen, wie sie Nachhaltigkeit dauerhaft und effektiv in die Unternehmensstrategie integrieren können.
Fazit
Bleiben Sie flexibel und vorbereitet Die EU-Kommission hat mit dem Omnibus wichtige Schritte unternommen, um die Nachhaltigkeitsregeln für Unternehmen zu vereinfachen. Doch die endgültigen Vorschriften stehen noch aus. Nach aktuellem Stand soll das EU- Parlament am 01.04.25 in einem Eilantrag über die Vorschläge abstimmen. Nach der Abstimmung im Parlament gehen die Vorschläge in den EU-Rat. Wir rechnen damit, dass der Prozess bis zur finalen Verabschiedung der Omnibus-Vorschläge bis Ende Q2, spätestens jedoch im Laufe von Q3 abgeschlossen sein wird. Unternehmen sollten daher nicht übereilt ihre Berichterstattung stoppen, sondern die neuen Regeln aufmerksam verfolgen und sicherstellen, dass sie gut vorbereitet sind.
Mit den richtigen Softwarelösungen und einer vorausschauenden Strategie können Sie diese Zeit nutzen, um Ihre Berichterstattung zu optimieren und sich langfristig als nachhaltig und zukunftsorientiert zu positionieren.